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GEA öffnet Türen - Wie wird
feiner Gerstensaft hergestellt? Leser erfahren es exklusiv in der Brauerei
Fischer
»Bier muss nach Bier schmecken«
VON MICHAEL MERKLE
MÖSSINGEN. Riesige Edelstahltanks, ein Geflecht von Leitungen, unzählige
Flaschen, die auf Förderbändern herumfahren. Die 22 GEA-Leser, für die sich
gestern die Türen zur Brauerei Fischer in Mössingen geöffnet haben, konnten
viel entdecken. Brauerei-Chef Heinrich Fischer führte die Gruppe, die er als
»GEA-Familie« begrüßt hatte, persönlich durch die verschiedenen Firmenräume
und Hallen, wo Pils, Kellerbier und Weizen geschaffen werden. Aus seiner
Leidenschaft fürs Produkt und der Vorliebe für kleine Strukturen machte er
keinen Hehl: »Das Bier muss nach Bier schmecken und nicht nach Konzern
riechen.«

GEA-Leser blickten hinter die Kulissen der Brauerei Fischer. Im Freien gibt
es zunächst eine kleine Bier-Lehrstunde durch den Chef Heinrich Fischer, der
die Zutaten und die Verarbeitung erläutert.
GEA-FOTO: MEYER
Doch bis aus Malz, Wasser, Hopfen und Hefe richtig gutes Bier wird, ist es
ein langer Weg. In der kleinen Mössinger Brauerei wird auf beste Grundstoffe
aus dem Südwesten geachtet. Das Wasser fürs Bier kommt nicht aus einer
geheimnisvollen Quelle sondern aus dem Bodensee. Das vergleichsweise weiche
Wasser sei fürs Bier ideal. Das Malz kommt übrigens aus der Mälzerei und
wird nicht selbst aus Gerste gemacht.
Wissen um die Braukunst
Im Sudhaus lernen die interessierten Gäste, wie in der Maischpfanne, dem
Läuterbottich und dem Whirlpool das Bier allmählich seinen Ursprung nimmt.
Immerhin 7.000 Liter Bierwürze können hier in sieben Stunden hergestellt
werden. Alles geht dank moderner Technik automatisiert. Doch wenn es neue
Chargen gibt, ist Feinjustierung sowie viel Wissen um die Braukunst gefragt.
Heinrich Fischer verweist auf geschlossene Kreisläufe. Die guten Zutaten
kommen aus der Natur und Reststoffe werden verwertet. So ist der Treber fürs
Milchvieh gut, die Hefe wird gerne von Schweinezüchtern abgenommen. Auch die
Abwärme von der bei 98 Grad kochenden Würze kann im benachbarten Hotel gut
gebraucht werden. Das Bier muss jedoch ordentlich gekühlt werden.
Das ist gleich nebenan in der Abfüllanlage zu erfahren, wo der Gerstensaft
bei minus 1,5 Grad abgefüllt wird, wie Mitarbeiter Jörg Ruf verrät. Sein
Kollege Marko Weidner steht vor der großen Waschmaschine, in der die leeren
Flaschen bei 85 Grad intensiv mit Lauge gereinigt werden. Die sauberen
Flaschen, die noch fehlerhaft sind, sortiert ein elektronischer »Inspektor«
aus. Manchmal haben sie keinen Schaden, müssen nur wegen Schaumresten
nochmals gewaschen werden. 6 000 Flaschen können hier in der Stunde
abgefüllt werden.
Heinrich Fischer erklärt nebenan auch die Abfüllung von Kegfässern, wie sie
in der Gastronomie verwendet werden. Anschließend geht's weiter in die
Tiefen des Kellers. In einem engen Gang enden sämtliche Leitungen. Gegenüber
steht der Filter für »klare« Biersorten.
Früher war vieles Handarbeit
»Die Hefe ist das Blut der Brauerei«, erläutert Heinrich Fischer und
verweist im Gär- und Lagerkeller auf Gärprozesse sowie den dabei
entstehenden Alkohol und die Kohlensäure. Unter den Gästen sind nicht nur
interessierte Laien. Friedrich Popp hat den Beruf des Bierbrauers in Leipzig
erlernt und arbeitete bis 1968 in der Eninger Achalmbrauerei. »Da hat sich
viel verändert«, sagt er und blickt um sich. Vieles sei vor Jahrzehnten noch
von Hand gemacht worden.
»Das ist das A und O, der Brauer muss absolut sauber schaffen«, sagt der
Chef bei der Besichtigung des Leitstands mit Computer. Dann geht es rüber
ins Hotel, wo eine Verkostung der Biere samt Vesper die Besichtigung
abrundet.
Und hier lernen die 22 GEA-Leser auch, dass ein wirklich gut produziertes
Bier in richtigen Maßen genossen ein rundum gesundes Getränk ist. (GEA)
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